Wissenschaftspreis

Preisverleihung Augsburger Wissenschaftspreis 2010

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Am 22. Juni 2010 wurde im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses der Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2010 verliehen.

Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis für Dissertationen oder Habilitationsschriften erhielt Frau Dr. Riem Spielhaus für ihre an der Humboldt-Universität zu Berlin vorgelegte Doktorarbeit.

Der mit 1500 Euro dotierte Förderpreis für Diplom-, Magister-, Master und vergleichbare wissenschaftliche Abschlussarbeiten ging an Herr Christian Issmer für seine an der der Philipps-Universität Marburg entstandene
Diplomarbeit.

 

 

Bericht in der Augsburger Allgemeinen vom 24.06.2010

 

 

Augsburger Wissenschaftspreis 2010

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Am Dienstag, dem 22. Juni 2010, um 19 Uhr wird im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses der Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2010 verliehen.

Den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis für Dissertationen oder Habilitationsschriften erhält in diesem Jahr Frau Dr. Riem Spielhaus für ihre an der Humboldt-Universität zu Berlin vorgelegte Doktorarbeit "Wer ist hier Muslim? Die Entwicklung eines islamischen Bewusstseins in Deutschland zwischen Selbstidentifikation und Fremdzuschreibung".

Dr. Riem Spielhaus

 

Der mit 1500 Euro dotierte Förderpreis für Diplom-, Magister-, Master und vergleichbare wissenschaftliche Abschlussarbeiten geht an Herr Christian Issmer für seine an der der Philipps-Universität Marburg entstandene
Diplomarbeit "Der Einfluss von Metaperceptions auf Kontakterfahrungen und Einstellungen im lntergruppenkontext: Ergebnisse einer Tagebuchstudie mit ausländischen Austauschstudierenden".

Christian Issmer

 

Der »Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien« ist ein Kooperationsprojekt von FILL mit der Stadt Augsburg und der Universität Augsburg. Er wurde 1999 zum ersten Mal verliehen.

Weitere Infos finden Sie in der Pressemitteilung

   

Festakt zur Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien 2009

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Preisverleihung

Am Montag, 25. Mai 2009 fand ab 19.00 Uhr im Goldenen Saal des Rathauses der Stadt Augsburg der Festakt zur Verleihung des "Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien 2009" statt.
Der Hauptpreis und der Förderpreis wurden vom "Forum Interkulturelles Leben und Lernen e.V." (FiLL) gemeinsam mit der Stadt Augsburg und der Universität Augsburg verliehen.

 

Weiterlesen: Festakt zur Verleihung des Augsburger Wissenschaftspreises für Interkulturelle Studien 2009

   

Preisträger 2009

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Der Hauptpreisträger Dr. Marc Oliver Thielen

Marc Oliver Thielen wurde 1976 in Saarbrücken geboren und besuchte dort auch das Gymnasium. Er studierte zunächst an der Katholischen Fachhochschule für Soziale Arbeit und erwarb dort das Diplom zum Sozialarbeiter/ Sozialpädagogen. Diesem Abschluss hängte er umgehend ein Studium der Erziehungswissenschaften in der Heil- und Sonderpädagogik ander Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main an, welches er drei Jahre später als Diplompädagoge beendete. Seither ist er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sonderpädagogik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main in der Fachrichtung Lernhilfe tätig, wo er am Fachbereich Erziehungswissenschaften mit dem Prädikat "summa cum laude" promovierte.
Zwischenzeitlich war Dr. Thielen als pädagogischer Mitarbeiter bei der Ambulanten Jugend- und Familienhilfe Rodgau in der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung als sozialpädagogischer Familienhelfer tätig und hat die wissenschaftlichen Begleitung der SchuB-Fördermaßnahme (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb) in Hessen koordiniert.
 

Die Dissertation von Marc Oliver Thielen trägt den Titel "Wo anders leben? - Migration, Männlichkeit und Sexualität in biografischen Erzählungen iranischer Männer in Deutschland". Sie wurde aus dreizehn Bewerbungen ausgewählt und mit dem auf 5.000 Euro dotierten Hauptpreis ausgezeichnet. "Mit der Thematik hat der Hauptpreisträger ein vermeintliches Randthema aufgegriffen und gleichzeitig eine offensichtliche Forschungslücke sowohl in der Geschlechterforschung (gender studies) als auch im Bereich der interkulturellen Studien geschlossen. In dem sich aktuell formierenden Feld der kritischen Männerforschung lenkt er den Blick auf die Effekte sexueller Orientierung von Flüchtlingen und ihre Wirkung im Asylverfahren ohne eine vereinfachend kulturalisierende und ethnisierende Perspektive einzunehmen", erklärt Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Dr. Eckhard Nagel.

Die empirische Basis der Arbeit bilden dreizehn autobiographische narrative Interviews mit Männern, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung aus dem Iran flüchten mussten. Der bisher wenig diskutierte Zusammenhang von Fluchtmigration und Sexualität wird in einer dichten Beschreibung von Lebenswelten und Lebensweisen von Flüchtlingen dargestellt, die im Gegensatz zum Fokus bisheriger Studien nicht aus bildungsfernen und sozial randständigen Milieus kommen, sondern fast ausnahmslos mittelständischen, ökonomisch gut situierten Familien entstammen. Seit Ende der 1980er Jahre wird gleichgeschlechtliche Orientierung in der deutschen Asylrechtspraxis als Fluchtmotiv grundsätzlich anerkannt. In respektvollem und unprätentiösen Ton beschreibt Thielen, wie das Asylverfahren ein "Coming Out" - die Offenbahrung des gleichgeschlechtliches Begehren - erzwingt. Um das Asylanliegen zu legitimieren, entfaltet sich eine erneute repressive Situation. Die Befunde verweisen damit interessanter Weise auf eine Verschiebung der Diskriminierung vom Herkunfts- zum Aufnahmeland und stellen zugleich gängige Stereotypen zur Männerrolle in islamischen Gesellschaften in Frage.
Darüber hinaus gewinnt die Arbeit durch eine kritische Reflektion bestimmter Begrifflichkeiten. Hierzu gehören Definitionen wie "Sodomie" und "Homosexualität", für die respektvollere Begriffe wie z. B. "gleichgeschlechtliches Begehren" gesetzt werden. Überdies spricht der Verfasser an keiner Stelle von "defizitären Sprachkenntnissen" seiner Interviewpartner, sondern von "Sprachdifferenz", was eine Voraussetzung nicht nur für eine vorurteilsfreie Forschung sondern auch für einen interkulturellen Zugang ist. Zur Reformierung der Wissenschaftssprache gehört auch, dass keine binäre Aufteilung zwischen "tolerantem Westen" und "repressivem Orient" entsteht und Migration als Befreiung, als Sicherung der Lebensentwürfe diskutiert wird.


Die Förderpreisträgerin Olga Krahn

Olga Krahn wurde 1981 in Moskau geboren und kam im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland. In Rudolstadt, Thüringen und in Nürnberg besuchte sie die Schule und studierte anschließend Geographie mit den Nebenfächern BWL und Lateinamerikanistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Es folgten Tätigkeiten im Bereich Stadtentwicklung und Marktforschung. Seit April 2009 arbeitet Frau Krahn in der projektbezogene Assistenz bei der CIMA GmbH im Bereich Einzelhandels-und Marktuntersuchungen.

Bei der Diplomarbeit "Lokale Identitäten und Gemeinschaft. Beteiligung von Spätaussiedlern an 'Soziale-Stadt'-Programmen - Dargestellt am Piusviertel in Ingolstadt" handelt es sich um einen sozialgeographischen Beitrag, der die Frage nach Beteiligungspotenzialen von Spätaussiedlern im Rahmen des Bund-Länder-Programms "Soziale Stadt" klärt. Dieses 1999 ins Leben gerufene Programm beruht auf einem integrativen Ansatz, um den Folgen des gegenwärtigen Strukturwandels in Wirtschaft und Gesellschaft zu begegnen, der im Zuge der Globalisierung den urbanen Raum verändert. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der aktiven Beteiligung der Bewohner eines Stadtviertels, die als Experten für ihren Stadtteil gelten.

Als methodischen Ansatz wählte Frau Krahn die Form der Einzelfallstudie und führte qualitative Bewohner- und Experteninterviews durch. In ihrer empirischen Studie widerlegt sie gängige, von außen getroffene Einschätzungen des Wohngebiets als "problematisch" oder unattraktiv. Im Gegenteil gibt es aus der Sicht der Bewohner eine positive Einstellung gegenüber dem untersuchten Stadtviertel, die sich durch Ortsbindung und Nachbarschaft auszeichnet. Eingehend auf die Wahrnehmung und Netzwerke der Bewohner, legt Frau Krahn die eigenen Vorstellungen der Spätaussiedler von Partizipation dar, welche Deutschland als neue Heimat in den Mittelpunkt stellen und sich bewusst von der alten Heimat verabschieden.
Die hohe gesellschaftspolitische Relevanz der Arbeit zeigt sich in den Momenten, wo eine mangelnde Bezugnahme von Seiten der Stadt auf die Menschen vorliegt, die Bewohner sich bevormundet fühlen und die Zusammenarbeit verweigern. Spätaussiedler sind keine homogene Gruppe. Deutschland als neue Heimat bedeutet für Viele auch, die interkulturelle Lebensweise der verschiedenen Menschen als Positivum zu werten.

   

Wissenschaftspreis 2008

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Der »Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien« ist ein Kooperationsprojekt von FILL mit der Stadt Augsburg und der Universität Augsburg.
Er wurde 1999 zum ersten Mal verliehen.
 Das Generalthema lautet:  “Interkulturelle Wirklichkeit in Deutschland: Fragen und Antworten auf dem Weg zur offenen Gesellschaft“.
  • Augsburger Wissenschaftspreis 2008:
    Erhielt die Philosophin Frau Dr. Liana Ruth Feierstein
    für Ihre Dissertation, in der sie jüdische Philosphie als einen konstitutiven Bestandteil deutscher Kultur untersucht.

                                     Feierstein

 


 

  •  Förderpreis 2008:
    Ging an Stefan Wellgraf für seine Diplomarbeit
    " Migration und Medien. Wie Fernehen, Radio und Print auf die Anderen blicken“.



                                       Wellgraf
   

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